Choice
 «Power», ⌀ 70cm, acrylic and gold on canvas, 2017, sold

Schöne neue Welt

Währenddem ich mich von gesellschaftspolitischen Sendungen inspirieren lasse, kommt mir wieder die Aussage eines Ex-Freundes in den Sinn: «Du bist doch für mehr Staat!». „Der Staat“ hat immer noch ein „anrüchiges“ Image. Er wird als brutale Kontroll-Maschinerie abgetan und der Mensch solle demzufolge möglichst „autark“ leben. Doch dem widerspreche ich. Der Staat ist ein raffiniert zusammenhängendes Konstrukt, welches die Gesellschaft als Ganzes berücksichtigt. Es geht dabei um Frauenrechte, Minderung von Armut, Lösung von Kriminalitätsproblemen, Bewältigung von Rassismus, Fortschritt in Forschung, Bildung und der allgemeinen Wohlfahrt. Als Hauptproblem des beschädigten Images des Staates sehe ich die Wirtschaft. Das «Sparen» sollte nicht «von oben nach unten» geschehen, sondern «von unten nach oben». Nur so entsteht mehr Gerechtigkeit und allgemeiner Wohlstand. Der Intellekt des Menschen ist genug stark um ein eigenständiges Pendel in der Gesamtwirtschaft zu bilden. Vielmehr würde das Gesamtwohl der Gesellschaft in eine grössere Balance kommen, wenn die Einkommen gerechter und vor allem Sinn-gebundener verteilt würden. Es kann nicht sein, dass «der Soldat» als Beruf betitelt wird, welcher mit einem Salär in Verbindung steht, wohingegen «die Mutter» nicht mit dem selben Wert konnotiert ist. Stattdessen wird «die Mutter» – kaum hat sie ihr Kind auf die Welt gebracht – gezwungen wieder einem anderen Job nachzugehen, damit ihr Einkommen geregelt ist, ohne von einem Mann abhängig zu sein. Nicht auszuschliessen ist diesbezüglich natürlich auch die Rolle des «Vaters», der auch kein Einkommen erhält für die Betreuung des Kindes. Es sind grundsätzliche menschliche Werte, die in der «Wirtschaft» vergessen gehen. Es soll eine Rückbesinnung zu mehr «Fürsorge» entstehen und eine Entfernung vom «Geldbringertum». Dafür braucht es lediglich die Verbindung der Menschen, welche Ideen für ihre individuellen sinnvollen Beiträge zur Gesellschaft mitbringen, diesen jedoch nicht nachgehen „können“, da ihnen das Geld „fehlt“ – Aber weshalb nicht einfach den Job kündigen und dem RAV eine ehrliche schriftliche Begründung zukommen lassen, weshalb der „Beruf“ für sich und die Gesamt-Gesellschaft schädlich ist? Weshalb nicht eine Selbständigkeit wagen und bei Misserfolg sich um Gott- und Göttins Willen bei der Sozialhilfe anmelden? Klar erhält man und frau durch die Sozialhilfe ein um einiges geringeres Einkommen, doch auch dies kann Vorteile mit sich bringen: Weniger Food Waste, ruhigere Lebensweise, mehr Dankbarkeit, psychologische beratende Unterstützung, mehr Freizeit, Musse und intrinsische Lust sich mittels seinem eigenen individuellen Beitrag einzubringen. Einzelne aussenstehende „Gefangene“ mögen Dich als „verrückt“ abstempeln, doch ist Dir ein „normal“-Stempel wirklich deine psychische und körperliche Gesundheit wert? Manchmal ist „abnormal“ sinnvoller als „normal“. Auf das Herz hören ist das Wichtigste, denn mensch kann es onehin nicht jedem und jeder recht machen.

📅 10.05.2023, Zürich CH